Biografie Matthias Bonitz:
Hintergrundmusik:
Gesang der Frauen an den Dichter (Probe)
Im MP3 Shop: D01-D10
(SIDDHARTHA/Fassung Vc.+Klavier)
D13 Tafelmusik
D83-D87 Rilke, Goethe, Hesse.
Der Kontrabassist und Komponist Matthias Bonitz absolvierte sein Studium er an der Staatlichen Hochschule für Musik Westfalen –Lippe in Detmold im künstlerischen Hauptfach Kontrabass bei Professor Walter Meuter.
Seit Okt.1978 ist er als Kontrabassist im „Westfälischen Sinfonieorchester“ Recklinghausen, nach der Fusion mit dem „Philharmonischen Orchester“ Gelsenkirchen jetzt „Neue Philharmonie Westfalen“ tätig.
Neben kammermusikalischer Tätigkeit erfüllt er einen Lehrauftrag für Kontrabass an der Universität Dortmund, vorher erfüllte er einen Lehrauftrag an der Staatl. Hochschule für Musik, Westfalen Lippe, Abtl. Dortmund. Neben seiner Tätigkeit als Kontrabassist und Komponist widmet er sich vermehrt seit 2006 seiner Tätigkeit als Buchautor.
WAZ 17 März 2008
Picasso mit Noten
Matthias Bonitz ist ein Multi-Talent. Für seine ungewöhnlichen Kunstwerke bezieht der Mann am Kontrabass seine Inspiration von Malern und Schriftstellern. Zuweilen unternimmt er auch einen Ausflug in die Welt der Düfte
Von Elisabeth Höving, Recklinghausen.
Auf der Bühne brummt er wie ein Bär.Ganz tief, ganz sonor. Denn Matthias Bonitz ist der Mann am Kontrabass, dem dunkelsten und größten Streichinstrument im Sinfonieorchester. Nach Feierabend ändert sich die Tonlage des 56-jährigen Musikers der Neuen Philharmonie Westfalen, Dann greift er zu Papier und Stift und malt mit den schönsten Worten und hellsten Noten magische Märchenwelten und leuchtende Musiklandschaften. Matthias Bonitz ist ein musisches Multitalent. Er musiziert, komponiert, schreibt Romane. Seit 1978 streicht der Mann mit der grauen Künstlermähne den Kontrabass, zunächst im Westfälischen Sinfonieorchester Recklinghausen und seit 1996 bei der Neuen Philharmonie - nach der Fusion mit dem Gelsenkirchener Orchester. Den ganzen Tag über blickt Bonitz aufs Notenpult und spielt brav die Töne nach, die einst Bach, Beethoven und Brahms gesetzt haben. Im Kopf aber, da entstehen längst eigene Kompositionen. 'Inspiriert werden die von literarischen Erlebnissen, von Hermann Hesses Indien-Roman „Siddharta'' zum Beispiel oder von Texten der westfälischen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. Oder von Werken großer Maler. Und sogar von den unvergleichlichen Düften einer Coco Chanel. Die neueste Kreation von Matthias Bonitz feierte jetzt Uraufführung im Picasso-Museum in Münster. Nicht ohne Grund: Die Lithographie-Serie „Le Taureau" (Der Stier") des berühmten Spaniers hat den Kontrabassisten zur gleichnamigen Tondichtung inspiriert. Auf den Leib geschrieben hat er das 25-minütige Werk dem Marler Violinisten Andras Agoston, Konzertmeister bei der Neuen Philharmonie. In elf Varianten brachte einst Picasso den Stier aufs Papier. Naturalistisch, wuchtig, kubistisch, am Ende wie eine schlichte Höhlenzeichnung. Bonitz malt Picasso mit Noten nach. Beginnt mit einem freundlichen katalanischen Volkslied, macht die massige Gefährlichkeit des Stiers hörbar und lässt ihn am Ende, mit abnehmendem Künstlerstrich, immer zarter werden. Der Komponist weiß, was er einem Interpreten mit diesem Werk antut: „Es ist so schwer, da bin ich froh, dass ich es nicht selbst spielen muss." „Le Taureau" hat das Licht der Welt erblickt. Auch andere Werke des gebürtigen Baden-Württembergers, Sohn eines Kirchenmusikers, kamen längst zur Uraufführung. Wie die beiden wundersamen Kinderopern „Die Reise nach Esmir" oder „Der Geigenbauer von Venedig". Anderes schlummert aber noch in der Schublade. Darunter eine komplette Operette über die französische Mode-Legende Coco Chanel. Fast komplett zumindest. Das Libretto „Gabrielle" liegt in Buchform vor, der Klavierauszug ist komponiert: „Die Orchestrierung beginne ich erst, wenn ich eine Bühne gefunden habe." Die spätere Spitzen-Designerin wurde als Gabrielle Chanel in ärmlichste Verhältnisse hineingeboren. Bonitz faszinierte, wie sich die Schöpferin des „kleinen Schwarzen" hochgearbeitet hat, „obwohl sie ihre Herkunft immer verleugnet hat". Die Operette, komponiert im Stile der Klassiker des Genres („Da gibt's nichts Atonales.") versprüht einen Hauch von Chanel No. 5. Bonitz zeichnet den Weg einer Frau nach, deren sehnlichster Wunsch es war, die Operettenbühne zu erobern. Die Metamorphose der armen Schneiderin Gabrielle in die Luxus-Lady Coco in vier Akten. Damit geht Bonitz zurzeit Klinkenputzen bei Regisseuren, Dirigenten und Intendanten. Erfolgreich hat er das bereits mit seinen Märchenerzählungen rund um „Kater Carlos" getan. Eine Parabel auf den unschätzbaren Wert von Freundschaft und die Kraft der Musik. Bonitz, der an der Universtilät Dortmund Kontrabass unterrichtet, will auch dem Kater irgendwann die Flötentöne beibringen und den Text vertonen. Katzenmusik entsteht dabei sicherlich nicht.