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 STORM

 Die Stadt

  Tondichtung nach dem Gedicht von Theodor Storm

für:

Violine & Klavier

Die Stadt (1851)

Am grauen Strand, am grauen Meer
Und seitab liegt die Stadt;
Der Nebel drückt die Dächer schwer,
Und durch die Stille braust das Meer
Eintönig um die Stadt.

Es rauscht kein Wald, es schlägt im Mai
Kein Vogel ohn Unterlaß;
Die Wandergans mit hartem Schrei
Nur fliegt in Herbstesnacht vorbei,
Am Strande weht das Gras.

Doch hängt mein ganzes Herz an dir,
Du graue Stadt am Meer;
Der Jugend Zauber für und für
Ruht lächelnd doch auf dir, auf dir,
Du graue Stadt am Meer.

(Hintergrundmusik:Prolog & Lied: Violine: Istvan & Klavier: Gabrielle Karacsoniy

2. Okt. 2011)

 

Die Gliederung der Tondichtung ist:

PROLOG:

Als 5 taktige Einleitung mit dem Grundton „G“, der Tonart meiner Liedvertonung. Dieses „G“ erklingt als sehr leiser Flageoletton in der Violine, als „glissandi im Flügel“ vom kleinen zum eingestrichenen G. Das Grundtempo ist langsam: Grave und 4/4 oder wechselnd in  6/4 Takt.  Ich möchte hiermit eine „neblige, graue Grundstimmung“ vorbereiten. Im anschließenden

LIED:

Habe ich meine Liedvertonung original in die beiden Instrumente gelegt, die Violine trägt – mit Dämpfer gespielt – die Melodie der ersten Strophe vor, nach vier Takten vom Klavier begleitet.

Die zweite Strophe – melodisch die Wiederholung der ersten Strophe – liegt nun in der rechten Hand im Klavier mit gleichbleibender Begleitung, umspielt von Triolen und Sechzehntelläufen der Violine.

Beide Strophen – dem Text entsprechend – in g-moll.

Die dritte Strophe steht – entsprechend der Jugenderinnerungen – in Dur und ab hier ohne Dämpfer in der Violine. Auch habe ich hier das Tempo und den Vortragscharakter von Grave in Allegretto und die Takteinheit in  6/8tel Takt geändert. In der Tondichtung habe ich diese Strophe 1:1 übernommen, das heißt, die Violine übernimmt die originale Gesangsstimme und das Klavier trägt die originale Klavierbegleitung aus meiner Liedvertonung vor.

Metamorphose I:

Hier beginnt die eigentliche Tondichtung, da ich aus dem bis hierher vorhandenen Tonmaterial in Form einer freien, unvollständigen Reihe die Atmosphäre der ersten beiden Strophen versuche einzufangen: Tempo und Charakter: Grave. Das bedeutet, diese Grundreihe lehnt sich an das „g-moll“ der Liedvertonung an, die häufig auftretenden Quintolen – zuerst in der linken Hand im Klavier - sollen die Zeile „…Der Nebel drückt die Dächer schwer…“ darstellen, die Stimmführung der Violine eher die Farbe grau „…Am grauen Strand, am grauen Meer…“. Sechzehntel und Zweiunddreissigstelläufe beschreiben die Wellengänge des Meeres, die verdichtet wiederholt zum Ende dieser Metamorphose I für die Textzeile „…Und durch die Stille braust das Meer…“ auftreten.

Metamorphose II:

Steht für die dritte Strophe, also jetzt wieder im Allegretto Charakter im 6/8tel Takt. Dass  lyrische Ich – die Violine - bewegt sich aus der Stadt hinaus zum nahegelegenen Meer, von dort auf die Stadt blickend. Sturm am Meer durch Zweiunddreissigstelläufe in aufbrausender und abnehmender Dynamik erkennbar.

Metamorphose III:

Ist die Rückkehr in die Stadt zur ersten und zweiten Strophe – hier in der „Krebstechnik“ aus der Metamorphose I dargestellt.

EPILOG:

Die Tondichtung schließt – quasi nach einem langen Tag abends – wieder mit den fünf Takten des Prologes, nur langsamer als dieser und die „glissandi im Flügel“ gehen jetzt in die umgekehrte Richtung, also von oben nach unten.

©Matthias Bonitz

Drensteinfurt, 20. Juni 2009

 

 

 

STORM Tondichtung S.7
Bonitz, Matthias: Ausgewählte Webseite auf onlinestreet.de