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Eberhard Bonitz
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Geigenbauer von Venedig:

WAZ vom 23.9.1999 (eli): In der Stille der Nacht erklingt das Zaubercello Kinderkonzert im Festspielhaus (Recklinghausen). Hier feierte das Kindermusikstück “Der Geigenbauer von Venedig” aus der Feder des Kontrabassisten der Neuen Philharmonie Westfalen, Matthias Bonitz,(Text:Claude Clement) Welturaufführung. Und das mit großem Erfolg, denn das vollbesetzte Haus war schier aus dem Häuschen....Sie alle waren mucksmäuschen still, als die Sprecherin Cordula Berner zur getragen-romantischen Musik die Geschichte vom Geigenbauer erzählte...

Ahlener Zeitung vom 11.3.2001 (ink)  Am Ende gab es tosenden Applaus  Ausverkauft: 600 Zuschauer genossen das Musiktheater “Der Geigenbauer von Venedig” von Matthias Bonitz in der Stadthalle. Matthias Bonitz, der aus der Geschichte Claude Clements ein lebensfrohes Musiktheater schuf, sparte nicht mit Lob.” Die Leistung ist enorm und von allen wunderbar umgesetzt worden.”(Ausführende: St.Michaelsgymnasium Ahlen / TanztheaterVHS Ahlen)

Die wundersame Reise nach Esmir:

WAZ vom 2.9. 1994 (eli):  Kinderoper erzählt von Freunden in der Fremde Märchenhafte Premiere im Festspielhaus - viel Beifall Die wundersame Oper “Die Reise nach Esmir”, die im Festspielhaus umjubelte Premiere feierte, stammt aus der Feder  von Matthias Bonitz... Über hundert Kinder agierten sicher und mit Spaß auf der Bühne. Die Kinderoper (Text: Georg Klusemann) lud ein zu einer Reise in ferne Länder..Mühelose Begegnungen zwischen unterschiedlichen Kulturen..ermöglichen neue Freundschaften.... Im Hintergrund interpretiert das “Westfälische Sinfonieorchester” unter Leitung von Helmut Imig die Bonitz Musik, die aus einer geschickten Mischung von Klassikklängen, volksmusikalischen Anleihen und Zitaten aus dem außereuropäischen Raum besteht.

Annette und George:

Hellweger Anzeiger vom 25.6.1997(ELISABETH Elling) : Fremde Schwestern

Kammeroper “Annette und George” in Münster uraufgeführt. Eine fiktive Begegnung der Annette von Droste Hülshoff mit der um sieben Jahre jüngeren Französin(George Sand) auf der Meersburg.(Libretto:Peuckmann/Hensel). Der Drensteinfurter Komponist schöpft aus vielen Quellen: Zwölftonmusik ist zu hören, französisches Revolutionsliedgut, klassische Formen, romantische Harmonien und Anklänge an Bekanntes: an Chopin, den geliebten der George Sand....

Fremde Zeichen:

WAZ vom 27.10.1992(Stephan Cartier): “Fremde Zeichen” geriet zu einem farbigen Werk: ....Die knapp viertelstündige Vertonung der zwei Gedichte “Es könnte viel bedeuten” und “Erklär mir,Liebe” Ingeborg Bachmanns  erwies sich als vielschichtige, den Stimmungen und der Komplexität der Textvorlage in nichts nachstehende Umsetzungen . Reminiszenz an den “mittleren Schönberg” nimmt das Werk sich selbst widerstreitenden Wunsch nach tonalem, spätromantischem Wohlklang  und expressiver Charakterdarstellung auf. Gestützt von der meisterhaften Interpretation der Sopranistin Maria Husmann gerieten “Fremde Zeichen” zu einem farbigen, keineswegs grellen Werk, das großen Applaus fand.

SIDDHARTHA (Fassung  Violoncello und Klavier):

RECKLINGHÄUSER ZEITUNG 7.9.1995: (Christoph Mrosek) Der Ort konnte  besser nicht gewählt sein. Im japanischen Kulturzentrum in Düsseldorf mit seinem buddhistischem Tempel erklang erstmals die “Siddhartha Musik” von Matthias Bonitz. Das Werk.zeichnet das Leben von Buddha in neun Bildern nach. Cello und Klavier sind die Instrumente, denen Bonitz die klangliche Reise in die Welt asiatischer Philosophie anvertraut. Die Tonsprache.läßt an romantische, ja teilweise impressionistische Vorbilder erinnern. Budddha (Cello:Michael Schlechtriem) und Vertreter des Volkes (Klavier:Peter Bortfeldt) gehen dabei ständig aufeinander zu, entfernen sich wieder, um am Ende voneinander zu lernen. Dies setzt Bonitz in gelungenen Dialogen zwischen den Instrumenten eindrucksvoll um. Seine Melodien sind eingängig, seine Harmonien streicheln das Ohr, die Dissonanzen sind sehr sparsam gesetzt und dienen lediglich der Untermalung bestimmter Szene.

SIDDHARTHA (Fassung: Violoncello und Orchester):

Pforzheimer Zeitung vom 6.07.2002: Viel Beifall für Uraufführung von Bonitz „Siddhartha“

CALW. Viel Beifall erntete die württembergische Philharmonie für die Uraufführung der Tondichtung  „Siddhartha“ aus der Feder des Komponisten  Matthias Bonitz in der gut besuchten Calwer Stadtkirche. Unter der Leitung von GMD Norichika Iimori spielte das Orchester zusammen mit dem Solisten Julius Berger (Cello) das frei nach der Novelle Hermann Hesses komponierte Orchesterwerk in neun Szenen...  Dass die kompositorische Umsetzung des Hesse-Werkes bei den Zuhörern durchweg auf positive Resonanz stieß, wurde am Ende der Aufführung deutlich, bei dem sich die Spannung, die sich während des Konzertes aufgebaut hatte, in tosendem Beifall entlud.

Pforzheimer Kurier vom 9.07.2002: „Beifall für die Tondichtung nach Hesses „Siddhartha“(Rudolf Wesner)

Werk nach seiner Uraufführung in Calw auch in Maulbronn großer Erfolg.

...Drei Tage nach der Uraufführung in Calw  erfolgte die Wiederholung in der Klosterkirche in Maulbronn, jenem Ort, in dem Hesse  das evangelische Seminar besuchte...Die württembergische Philharmonie Reutlingen unter GMD  Norichika Iimori und der Violoncellovirtuose Julius Berger interpretierten die Tondichtung ..als ein farbenreiches, spannungvolles Werk. Die neun Szenen stellen sich in mystischer Verklärung ebenso dar wie gelegentlich in seelenvoller Romantik, enthalten aber auch gewaltige Kontraste in Form von expressiven Ausbrüchen von elementarer Wucht..Die wüerttembergische Philharmonie Reutlingen setzte sich mit der anspruchsvollen Komposition glanzvoll auseinander: Das Orchester  musizierte unter der Leitung seines GMDs Norichika Iimori bravourös, glutvoll und in leuchtender Klangfülle. Dem Solisten des Abends Julius Berger wurde damit ein sicheres Fundament gelegt, auf dem er seine exzellente Virtuosität , seine feinsinnig empfindungsreiche Gestaltungskraft des Soloparts und den geschmeidigen, transparenten Klang seines  Instrumentes ausbreiten konnte. Solist und Orchester beeindruckten insgesamt mit einer  eindrucksvollen musikalischen Darbietung.

 CD:ebs 6128

GESANG  DER FRAUEN AN DEN DICHTER:

WAZ vom 17.12.1996  (Martina Möller): Geübter Wanderer zwischen Tradition und Moderne

Er beherrscht die Gratwanderung zwischen Tradition und Avantgarde. Komponist Matthias Bonitz stellte im Rathaus erneut sein sicheres Gespür für zeitgemäßen klassischen Hörgenuß unter Beweis. Die junge Sopranistin Cordula Berner und das Assindia Quartett gestalteten ein kraftvolles Klanggemälde, das sich am Ende einem lichten Schein von Hoffnung öffnet. Der Komponist hält sich dicht am Text, kleidet schwere Sprachmetaphern geschickt in starke Dissonanzen und tiefen Gesang, um sich dann im Gleichklang der Dichtkunst wieder zu melodischem Wohlklang aufzulösen.

VEREINIGUNG:

RECKLINGHÄUSER ZEITUNG vom 23.1.2001 (Brunhild Schmelting):

Farbiges Werk wird aufgeführt Musik von Matthias Bonitz im Rathauskonzert begeistert gefeiert.

..”Vereinigung” lautet der Titel des neuen Opus von Matthias Bonitz, dem zahlreiche Zuhörerinnen und Zuhörer in dieser Matinee mit Spannung entgegen sahen. Als Vorlage diente ein Gedicht vonYahya Kemal. es ist dem  Buch “Nimm eine Rose und nenne sie Lieder” von Annemarie Schimmel entnommen.In dieser Vertonung wurde ebenso farbig wie klangintensiv die Traumwelt der Liebenden einer dunklen und kalten Wirklichkeit gegenübergestellt. Eine bezaubernde Musik, die Cordula Berner ( Sopran) sehr stimmschön und expressiv gestaltete, subtil begleitet vom Assindia Quartett.

MISSA MADONNA DEL SUFFRAGIO DI PERINALDO:

WESTFÄLISCHER ANZEIGER HAMM VOM 29.9.1992(Helmut Fortmann)

Uraufführung einer Messe nach italienischem Gusto. .... In die Diesseitigkeit musikalischer Sinnesfreude führte die Uraufführung der Messe von Matthias Bonitz zurück  Ein Marienbild in der Pfarrkirche von Perinaldo, einem Dorf  in der Nähe der ligurischen Küste, von einem  unbekannten Meister an der Wende vom 14. zum 15. Jahrhundert geschaffen, hat Bonitz zu seiner Mess.-Komposition angeregt...Ihm sind  Abschnitte gelungen, die in ihrem Wohlklang anmuten, als stammten sie aus den heiteren Tagen italienischer Musiker .. eindrucksvoll in der nach Art einer Prozessionsmelodie entwickelten Notentext des “O Santissima” oder im “Agnus dei” mit dem wirkungsvollen Schluß des “Dona nobis pacem”.

 "Goethe Fragmente" und "Venezianische Träume"

Rathauskonzert am 29.02.2004 in Recklinghausen

Recklinghäuser Zeitung vom:2.03.2004 (Brunhild Schmelting)

Musik aus der Lagunenstadt

In "Goethe Fragmente Venedig" zeichnete es ein Bild der Lagunenstadt, wie sie der Dichter in seiner "Italienischen Reise" beschreibt.Klanglich vermittelte das heckelphon (Theo Heinrichs) auch das ASSINDIA Quartett (Markus Berthold/ChristophDaub:Violinen;Wolfgang Fabri:Viola;Frieder BertholdVioloncello im Wechsel mit Cordula Berner:Recitativ/Sopran Geräusche einer Stadt, vor allem Lieder der Gondolieri, die fürGoethe "etwas unglaubliches, biß zu Trähnen rührendes" haben.

"Venezianische Träume" ein Auftragswerk der Fa. Heckel zum 100. Geburtstag des Instrumentes (Heckelphon) schilderte - in gleicher Besetzung - ein Venedig, wie der Dichter Hermann Hesse es sieht. (Die Lagune/ "Bekenntnis") Texte Gesänge und Instrumentalmusik waren hier zu einem zauberhaften, sehr  dichten Gebilde verwoben.

WAZ 1.03.2004 (von: Elisabeth Höving)

..Danach erklangen zwei Werke, die der Recklinghäuser Kontrabassist Matthias Bonitz dem Heckelphon passgenau auf den schlanken Leib geschrieben hat. Sowohl "Goethe Fragmente Venedig" als auch "Venezianische Träume" verlangen neben dem, Heckelphon noch Streichquartett (hier das hervorragende ASSINDIA Quartett" und Sopran. Den Gesangs- und Sprechpart versah Cordula Berner mit warmen, geschmeidigm Ton...

"Le taureau"

Westfälische Nachrichten 15.3.2008

Abstraktion auf vier Saiten und 88 Tasten

Markus Küper
Münster. Das spanische Volkslied „Lo Mestre“ ist nicht viel mehr als eine leise zirpende Ahnung, wenn Komponist Matthias Bonitz mit ihm fertig ist. Wenn er es bis auf wenige zarte Flageolet-Töne „filetiert“ hat so wie Picasso seinen strammen Stier. Wenn er die rhythmisch markante Melodie – inspiriert von Picassos lithografischer Motivstudie – zwölftönig bis zur musikalischen Höhlenmalerei skelettiert. Bis auf ein paar hohe gezupfte Saiten aus dem Flügelinneren und einem Geigenton, der jeden Augenblick zu zerbrechen droht.

Ganz fragil verklingt Bonitz’ „Le Taureau“ in den halligen Weiten der Münster-Arkaden. Zum Glück ist es bis dahin verhältnismäßig ruhig um den Picasso-Hof herum geworden. Nur das Leitmotiv der rauschenden Klimaanlagen und das perkussive Klappern abgeräumten Geschirrs grundieren aus der Ferne seine kubistische Dekonstruktion vom reich verzierten Klanggemälde zur filigranen Bleistiftskizze, vom stolzen Thema zur gebrechlichen musikalischen Strichfigur, vom pastosen akkordischen Anstrich zur denkbar zierlichsten tönenden Fluchtlinie. Das ist musikalische Abstraktion auf höchstem Niveau. Auf vier Saiten und 88 Tasten zelebriert von dem rumänischen Geiger Andras Agoston und Pianist Peter Bortfeldt.

Bereits mit den Sonaten-Solitären von Franck und Debussy hatten diese versierten Vollblutmusiker ihre musikalischen Maler-Qualitäten unter Beweis gestellt. Mit reich schattiertem, unaufdringlich parfümiertem Ton entführten sie das schlemmende Publikum in Picassos Paris, um aus Stravinskys „Suite Italienne“ schließlich eine surrealistische Maskerade wie aus des Meisters Malerfeder zu machen: Da sprüht, perlt und gurgelt es im Klavierpart, als erwachten all die Commedia dell’Arte-Figuren vor Picassos projiziertem Bühnenbild-Entwurf zu neuem Ballett-Leben.
Dazu Agostons fast asketischer Geigenton, der Stravinskys neckischem Blick in den musikhistorischen Rückspiegel mit solch diebischer Lust an der barocken Verkleidung folgt, dass man ihrem Spiel die gleiche konzentrierte Ruhe gewünscht hätte, die Picassos Bilder im benachbarten Museum für sich beanspruchen. Für den Salon war sie schlichtweg zu schade

Stier auf Diät

Münstersche Zeitung  Montag, 17. März 2008

Gunter Moseler

Münster • Picasso - das ist der magische Name der Moderne. Jeder kennt Picasso - und Picasso kannte jeden, selbst Don Quixote. Auch der Musik spendierte er zahlreiche Ein-fälle: Für Igor Strawinskys Ballett „Pulcinella" entwarf er lichte Bühnenbilder.

Im Konzert „Le Taureau" (Der Stier) im Picasso-Museum mit dem «Geiger Andras Agoston und dem Pianisten Peter Bortfeldt erinnerte Strawinskys „Suite italienne" unmittelbar an diese Zusammenarbeit. Beide Musiker boten eine energische Interpretation, deren trocken-virtuose Ironie die Kaspereien der Commedia dell'arte tanzen ließ. Der tränenselige Tonfall der „Serenata", die eckige Rasanz der „Tarantella" und die über schräge Rhythmen schlendernde „Gavotta" bewältigte Agoston mit eleganter Untertreibung.

Die A-Dur-Sonate von Cesar Franck reflektiert den Aufbruch ins 20. Jahrhundert. Die imperialen Gesten dieser Musik, Grandeur und Dramatik wurden rigoros ausgespielt. In den tornadoartigen Griff-Tumulten des zweiten Satzes bewies der Pianist souveränen Überblick und ruhige Hände.

Dann wurde die titelgebende „Tondichtung" „Le Taureau" von Matthias Bonitz uraufgeführt. Einer lithografischen Werkfolge Picassos folgend - elf Blätter, die einen Stier in verschiedenen Variationen zeigen -, schienen die Bässe des Klaviers das animalische Schnauben und Stampfen zu imitieren. Die Violine zeichnete hingegen, mit immer feineren Strichen die Abmagerung des Stiers nach, die Picasso hier in Szene gesetzt hat. Letzte Pianissimo-Töne mischten sich mit dem Rauschen der Klimaanlage. Herzlicher Beifall!

Westfälische Nachrichten, 9. Juni 2008

Ein Stier wird musikalisch filetiert

-sape- Drensteinfurt. Wenn der Drensteinfurter Komponist Matthias Bonitz die Serie „Der Stier“ von Pablo Picasso musikalisch interpretiert hat, bleibt am Ende davon nicht viel mehr übrig als ein paar leise, fragile Töne, eine musikalische Höhlenmalerei.

In elf Bildern stellte Picasso einst die Verwandlung eines Stieres dar – vom massiven Tier über kubistische Formen bis zum elften „Zustand“, in dem nur noch eine einzige Linie vom Stier übrig geblieben ist. Wie der Künstler, so „filetiert“ auch der Komponist Bonitz in seiner Tondichtung den Stier – musikalisch eben. Das Konzert „Le Taureau“ – „der Stier“ – fand am Freitagabend auf Haus Steinfurt statt. .... Die Gäste müssen erstaunt gewesen sein, was der Geiger Andras Agoston und der Pianist Peter Bortfeldt auf vier Saiten und 88 Tasten zelebrierten, wie sie die Motive Picassos musikalisch abstrahierten. Komponist Matthias Bonitz projizierte gleichzeitig die elf Bilder des Stieres eines nach dem anderen auf eine Leinwand. .....  Bereits mit den Violinsonaten von Cesar Franck und Claude Debussy und der „Suite Italienne“ von Igor Stravinsky hatten die Musiker ihre Qualität unter Beweis gestellt. Als nach zweieinhalb Stunden schließlich der letzte Ton leise und zerbrechlich verklungen war, belohnten die Zuhörer die Musiker und den Komponisten mit reichlich Applaus.

derwesten

Saisonauftakt mit Paukenschlag

Gelsenkirchen, 14.09.2010, Mario Stork

 „Wir haben viel Musik mitgebracht“, kündigte GMD Heiko Mathias Förster bei seiner Begrüßung zum 1. Sinfoniekonzert der neuen Saison an. Das Zweieinhalb-Stunden-Programm bot außer Hochgenuss für die Ohren diesmal auch etwas fürs Auge.

Die Beziehung Bild-Musik wurde aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Im ersten Teil erklangen Werke, die durch Bilder inspiriert wurden. Matthias Bonitz, Komponist und Kontrabassist der NPW, stellte seine Tondichtung „Le Taureau“ nach Pablo Picassos gleichnamiger Lithographien-Serie vor. Den Ansatz der (auf die große Leinwand projizierten) Bilder, von einem naturalistisch dargestellten Stier bis zu einer auf wenige Striche reduzierten Version verschiedene sich graduell verändernde „Zustände“ zu zeigen, setzt Bonitz mit musikalischen Mitteln um: Am Anfang steht das katalanische Volkslied „Lo Mestre“, das das thematische Material liefert. Mit jedem neuen Abschnitt ändern sich Satz und Orchestrierung von großer romantischer Sinfonik hin zu kammermusikalischer Reduzierung, sich schließlich im fast Unhörbaren verlierend. Picassos Kubismus findet seine Entsprechung in der Zwölftontechnik - das Ergebnis ist oft fesselnd und klangsinnlich.

15.09.2010

Schnaubender Stier, tanzende Küken - Der Saisonauftakt der NPW fesselt


GELSENKIRCHEN. Eine außergewöhnliche Uraufführung, ein Orchester in Bestform, ein leidenschaftlich engagierter Dirigent und eine raffinierte Programm-Dramaturgie – was verlangt man mehr von einem Saisonauftakt? Unter der Leitung von Generalmusikdirektor Heiko Mathias Förster glückte der Neuen Philharmonie Westfalen im ersten Sinfoniekonzert ein bis zur letzten Minute fesselnder langer Abend.

Der komponierende Kontrabassist Matthias Bonitz verlässt in seiner Tondichtung „Le Taureau“ die tonale Ebene nicht. Und dennoch verlangt seine gebührend gefeierte Uraufführung Musikern und Hörern durch komplexe gegenläufige Bewegungen einiges ab.
Inspiriert hat den 59-jährigen Komponisten Pablo Picassos zur Musik auf eine Leinwand projizierte gleichnamige elfteilige, aus nur einem Stein gewonnene Serie von Lithografien. So wie Picasso seine Stier-Darstellung als Inbegriff männlicher Kraft stilistisch in extremen Gegensätzen variiert, kostet auch Bonitz eine extreme Klangpalette zwischen massierter Fülle, bedrohlich zugespitzter Dramatik und ziseliert feiner, zerbrechlicher Linie aus, mit der die 20-minütige Komposition verhallt. Man hört den wilden Stier schnauben, und man genießt das subtil gezeichnete spanische Corrida-Flair, das nicht einen Moment lang ins Folkloristische abdriftet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

OM Buddhistische Gesänge

U.A. 4. Juni 2010 Gasometer Oberhausen Day of Song

Der Westen 5.Juni 2010

..... Matthias Bonitz’OM - Buddhistische Gesänge bleibt die Außenwelt ungehört: Bonitz hatte das Werk eigens für diesen Abend auf seine Komposition „Siddhartha“ geschrieben. Ein Willkommen heißendes und feierliches Arrangement hat er kreiert, in dem Cellist Ulrich Mahr seine Stimme immer wieder über das meditative Bass-Brummen des Chors erhebt, um Sekunden später von der Masse übertönt zu werden: Ein Lobgesang, der die kühle Luft im Gasometer vibrieren lässt. Man möchte die Augen schließen und die Musik genießen. Doch dann würde man nicht sehen, wie der Mond leise mitschwingt.